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Bauernküche

Kulinarisches, Luxemburg

Königliche Hausmannskost (Bouchée à la reine)

Juli 6, 2016

 

Wann et Sonndes bei eis Poulet gëtt, dann stinn oft Méindes Paschtéiten um Menü. Ech géing dann mol soen, sou eppes nennt een eng kinneklech Reschterverwäertung.

In Luxemburg sind sie von keiner Menükarte wegzudenken: die “Paschtéiten” oder “Bouchées à la reine“, in Deutschland unter dem Namen Königin-Pasteten bekannt. Hier im Hause stehen sie oft auf dem Speiseplan, wenn es Sonntags Hähnchen gibt und Montags noch Reste vorhanden sind. Ich mache sie so ähnlich, wie meine Großmütter sie schon zubereitet haben, nur lasse ich die Champignons weg, da außer mir niemand hier gekochte Champignons mag.

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Als ich klein war, waren die “Paschtéiten” groß in Mode und durften bei keinem Festessen fehlen. Heute gehören die gefüllten Blätterteigtürmchen eher unter die Kategorie Hausmannskost.

Ihren “königlichen” Ursprung haben sie anscheinend in Versailles. Königin Marie Leszczynska (1703-1768), Frau von Louis XV, sollte ein Rezept für Pasteten mit aphrodisischen Zutaten in Auftrag gegeben haben und heraus kamen “Liebesbrunnen” gefüllt mit Sahne, Hähnchen und Champignons.

Wie dem auch sei, die “Bouchées” funktionieren als Liebesbeweis sehr gut hier im Hause, denn die drei Kostgänger sind nach dem “königlichen” Mal immer recht zufrieden.

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Die ungefüllten Pasteten aus Blätterteig, auch “vol-au-vent” genannt, bekommt man hierzulande bei jedem Bäcker und in jedem Supermarkt, da lohnt es sich nicht, sie selber zu machen (obwohl, irgendwann muss ich das auch mal versuchen).

Hier nun das Rezept, für euch original-luxemburgisch mit Champignons:

Paschtéit

Download: Bouchées à la reine.

Ich wünsche Euch einen “Gudden Appetit!”

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Kulinarisches, Luxemburg

Kniddelen wéi bei der Groussmamm (Mehlknödel nach Großmutter Art)

März 11, 2015

Ech weess net, wat fir ee Gericht vu menger Groussmamm ech am léifsten hat, wéi ech kleng wor, d’Bouneschlupp oder d’Kniddelen. Ech mengen, d’Kniddelen gewannen d’Rennen, well wann si eis Kanner gefrot huet “Wat soll ech kachen, wann der kommt?”, da koum et wéi aus engem Mond: “Kniddelen, Boma, maach Kniddelen!”

Ich weiß nicht mehr genau, welches Großmutterrezept ich lieber mochte, als ich klein war: die “Bouneschlupp” oder die “Kniddelen”. Ich glaube, es waren die “Kniddelen” und kann mich noch genau daran erinnern, dass, wenn die Oma gefragt hat “Was soll ich Euch kochen, wenn ihr kommt?”, wir drei Mädels uns sofort einig waren: “Kniddelen, Boma, mach’ uns Kniddelen“.

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Die Mehlknödel genannt “Kniddelen” sind ein echtes Luxemburger Nationalgericht und ich glaube, es gibt noch viele, die sich an dieses Rezept erinnern können oder es immer noch kochen. Meine jüngste Schwester macht sie immer noch gerne und sie hat mir ihr Rezept verraten. Serviert mit “Gréiwen” (kross gebratenen Speckwürfeln) sind diese gehaltvollen Mehlknödel ein wahres Wohlfühlmenu und gelten als volle Mahlzeit.

Sogar unsere nationale Sterneköchin Lea Linster hat mal in einer deutschen Zeitschrift ihre Liebe zu den “Kniddelen kundgetan. Ich würde sagen, das ist ja mal ein Ritterschlag!

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Zutaten:

500 g Mehl
5 Eier
200 ml Milch
Salz
etwa 200 g Magerspeck

1.  Gebt das Mehl in eine große Schüssel und macht in die Mitte eine Vertiefung. Darin gebt Ihr dann die ganzen Eier, die Milch und Salz (kräftig salzen, sonst werden die Mehlknödel fad).  Die Zutaten kräftig mischen, bis sich ein Teig bildet, der nicht zu flüssig, aber auch nicht zu fest ist. Sagen wir mal, der Teig ist gut, wenn er sich vom Schüsselrand löst.

Tipp meiner Schwester: gebt etwas Sprudelwasser in den Teig, dann werden die Knödel lockerer.

2. Nun Wasser mit etwas Salz in einem großen Topf erhitzen, bis es kocht. Dann könnt Ihr mit einem Teelöffel Nocken aus dem Teig stechen und ins Wasser geben. Ich habe es wie meine Großmutter gemacht und die Nocken von einem Holzbrett mit einem Messer  ins siedende Wasser “gehobelt”. Die “Kniddelen” sind gut, wenn sie an der Oberfläche schwimmen (dann noch ein Minütchen im Wasser kochen lassen) und Ihr sie mit dem Schaumlöffel herausnehmen könnt. Am besten ist es, wenn Ihr sie in eine vorgewärmte Schüssel gebt.

3. Den Magerspeck in Würfel schneiden und in Butter oder Rapsöl kross anbraten. Den Speck über die Knödel geben.

Geheimtipp meiner Großmutter: unsere “Boma” hat gerne noch einen Minischuß “Kaffissibbelchen” über die Knödel gegeben. Das ist nichts anderes als etwas aufgebrühten Kaffee und, Ihr werdet’s nicht glauben, das schmeckt richtig gut.

Ich habe noch das Bild vor mir: Wir saßen mit Magenknurren am Küchentisch und warteten ungeduldig auf die erste Portion heiße Mehlknödel, die, sobald fertig, auf unseren Tellern gelandet ist.

Gudden Appetit!

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