Makrofotografie

Gib uns Saures! (MakroMontag)

Februar 8, 2016

Jeden Morgen trinke ich schön brav meinen Ingwer-Honig-Tee. Doch ohne den Schuss Zitronensaft wäre das gesunde Getränk nur halb so köstlich.

Es gibt wohl kein Obst, das so vielseitig einsetzbar ist wie die Zitrone. Ihr frisches saures Aroma verleiht vielen Gerichten und Getränken erst recht den richtigen Kick und somit finden sich in der Obstschale in unserer Küche immer ein paar der gelben Zitrusfrüchte. Eine davon habe ich, bevor ihr Saft im Tee landete, für diesen Makro-Montag etwas näher “unter die Linse” genommen.

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Draussen stürmt und regnet es, da heisst es sich gegen Erkältung wappnen. Die Zitrone ist mit ihrem hohen Vitamin C-Gehalt der perfekte Helfer. Doch auch viele andere Inhaltsstoffe wie u.a. Eisen, Kalzium, Magnesium und die Vitamine B5, B3, B1 und B2 machen die vermutlich aus Indien stammende Frucht unentbehrlich, wenn man sich gesund ernähren möchte. Sechs Prozent Zitronensäure machen den Saft der Zitrone sauer.

Wie gesagt, ich liebe den Geschmack der  Zitronen sehr. Schon als Kind habe ich mir immer Sprudel mit einer Zitronenscheibe bestellt und, nachdem das Glas leergetrunken war, die Scheibe genüsslich verspeist (was ich übrigens auch heute noch tue und zur Folge hat, dass unsere Kids das Gesicht  verziehen). Kein Fischfilet, auf das ich nicht ein paar Zitronenspritzer gebe und im Sommer wird immer eine Zitronentorte gebacken. Monsieur Merlanne ist das dann doch etwas zufiel des Guten; er findet, dass das Zitronenaroma andere Aromen zu sehr überdeckt und geht sparsamer damit um.

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Warum der herzhafte Biss in eine Zitrone unser Gesicht sich zur schiefen Grimasse verziehen lässt, liegt anscheinend an dem angeborenen, sogenannten “gustofazialen Reflex”, der zum mimischen Programm für Abscheu gehört. Der Geschmackseindruck “sauer” ist eigentlich ein Alarmsignal für unseren Körper, da sauer oft für “gefährliche Nahrung” steht (z.B. unreife Früchte oder Vergorenes). Durch das typische Verziehen des Gesichtes “warnt” man daher auch seine Artgenossen davor, ebenfalls das “ungenießbare” Nahrungsmittel zu essen.

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Damit aber jetzt genug “Wissenschaftliches” und bevor ich die Bilder zu Britta und all den anderen “Makro”-Junkies schicke, noch ein Gedicht von Heinz Erhardt.

Ich muß das wirklich mal betonen:
Ganz früher waren die Zitronen
(ich weiß nur nicht genau mehr, wann dies
gewesen ist) so süß wie Kandis.
 
Bis sie einst sprachen: “Wir Zitronen,
wir wollen groß sein wie Melonen!
Auch finden wir das Gelb abscheulich,
wir wollen rot sein oder bläulich!”
 
Gott hörte oben die Beschwerden
und sagte: “Daraus kann nichts werden!
Ihr müßt so bleiben! Ich bedauer!”
Da wurden die Zitronen sauer . . .

 

Ich wünsche Euch eine gute Woche!

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sharethelove

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11 Comments

  • Reply Astridka Februar 8, 2016 at 23:59

    Ein Glück, dass sie sauer sind! Wie sollte ich sie mir sonst versüßen?-
    Habe gestern übrigens viel Spaß mit etlichen deiner Landsleute gehabt, die bei uns in unserer Karnevalsgruppe mitmusizieren ( die kommen jedes Jahr und bringen immer mehr Musiker mit ). Habe ich schon mal gesagt, dass ich Europa großartig finde & hoffe & bete, dass es bleibt?
    GLG
    Astrid

    • Reply merlanne Februar 9, 2016 at 08:19

      Liebe Astrid, ich schließe mich innigst Deinen Gebeten an! Ja, Karnevalsjecken gibt es auch sehr viele hier und zusammen Spaß haben, ist das Grösste.
      Liebe Grüsse,
      Claudine

  • Reply Papatya Februar 8, 2016 at 21:04

    Deine tollen Fotos haben meinen Mund wässrig gemacht!
    Und das Gedicht dazu ist perfekt. Danke dafür.
    Liebe Grüße
    Papatya

  • Reply Siglinde vom Ideentopf Februar 8, 2016 at 20:50

    wunderschöne Aufnahmen, Vitamin C Pur – LG Siglinde

  • Reply Jutta K. Februar 8, 2016 at 19:38

    Tolle fotos und ein schöner Text dazu, den ich mit Freude gelesen habe . . ohne dabei das Gesicht zu verziehen 😉
    Liebe Grüße
    Das ist
    my entry

  • Reply Barbara Februar 8, 2016 at 19:27

    Das Gedicht ist wirklich klasse. Ich mag diese vitaminreiche Frucht, die sich so vielfältig einsetzen lässt.
    Ein Genuss deine Bilder anzuschauen.
    Liebe Grüsse
    Barbara

  • Reply Elke Februar 8, 2016 at 17:32

    Na, nun weiß ich endlich mal, warum die Zitronen sauer sind 😉 Dieses Gedicht von Heinz Erhardt kannte ich tatsächlich noch nicht. Deine Bilder leuchten so richtig – das macht fröhlich.
    Liebe Grüße
    Elke
    ________________
    mainzauber.de

  • Reply Britta Februar 8, 2016 at 16:15

    Huhu Claudine,
    ja, über die einfälltigen Zitronen hat schon manch einer schmunzeln müssen.
    Dein Vitamin MaMo gefällt mir sehr, vielleicht sollteich auch mal welche Knipsen.
    Hier liegen vom Kochen im einige rum, aber ohne Schale (abgerieben).
    Aber immer nur Zitronentee mag man ja auch nicht.
    Mir gefällt dein MaMo!

    Liebe MaMo Grüße zu dir schicke,
    Britta

  • Reply moni Februar 8, 2016 at 13:46

    Hallo Claudine,
    soviel Interessantes rund um die Zitrone und dann noch ein paar lustige Verse, Danke!
    Die Makros lassen einen schon beim Betrachten das Gesicht verziehen, wunderschön in Szene gesetzt!
    Liebe Grüße
    moni

  • Reply Buntpapierfabrik Februar 8, 2016 at 12:01

    Herrliches Ende eines schönen und informativen Posts – ich liebe den Humor von Heinz Erhard !
    Liebe Grüße
    Christine

  • Reply Rudi Februar 8, 2016 at 11:23

    Da läuft mir das Wasser im Mund zusammen 😉

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