Gëscht hat ech sou en “aarmséilegen” kléngen Merlanne heiheem, deen sech déck erkaalt huet. Wat gëtt et do Besseres, wéi en ze verwinnen an him seng Liiblingszopp ze kachen. Duerno goung et him schonns vill besser ;-).
Also, ich habe jetzt wirklich mit mir gehadert, ob ich dieses Posting heute schreiben soll oder nicht. Zum Ersten gefallen mir die Bilder nicht besonders (war wohl gestern nicht so in Form; außerdem finde ich “Suppen mit Fleisch fotografieren” recht schwierig). Zum Zweiten sieht es hier rundherum nicht gerade aufgeräumt auf und die alltäglichen “Pflichten” rufen nach mir (diesen Ruf kann ich aber sehr gut ignorieren 😉 ) und zudem bin ich noch recht müde von meinem gestrigen ersten Konzertbesuch mit Mademoiselle Merlanne (davon später).
Nun, es ist entschieden: heute gibt es trotz aller “Bedenken” das Rezept des einfach himmlischen “Lënsebulli“. Auch dies ist wieder so ein “typisch Luxemburger Menü”, das auf keiner Speisekarte im Land fehlt. Wie viele der landesüblichen Rezepte handelt es sich um eine Version eines auch anderswo gekochten Gerichts. Der Linseneintopf ist eines von Merlanne juniors Favoriten und da er gestern so richtig doll Halsweh und Schnupfen hatte und sich einen Tag schulfrei nehmen durfte, habe ich ihn ein bisschen verwöhnt (und mich mit).
In Luxemburgisch heißt die Suppe “Lënsebulli” (vom französischen Wort “bouillie” für Brei). “Bulli” nennen wir aber auch den Schlamm, weswegen Merlanne junior der Meinung ist, dass der Name daher kommt, dass die Suppe so “schlammig” aussieht. Auch eine Interpretation, mir soll’s recht sein.
Oh, was sieht mein geübtes Auge: der Lauch fehlt auf dem Bild. Nun denn, ich war gestern wirklich nicht bei der Sache …
Aber jetzt zum Rezept:
Die Linsen waschen (ich benutze immer “Instant”-Linsen, die man nicht vorher einweichen muss), das Gemüse putzen und klein schneiden. Zuerst dünste ich die Zwiebeln und das Gemüse (ohne die Kartoffeln) in etwas Butter an. Währendem bringe ich das Wasser (ungefähr 4-5 mal das Volumen der Linsen) mit etwas Salz zum Kochen.
Nun die Linsen und das Gemüse in das Wasser geben. Die Kräuter dazugeben (2-3 Lorbeerblätter, 2 Gewürznelken, Thymian) und das Ganze etwa 1 Stunde köcheln lassen (die Dauer hängt auch von der Art der benutzten Linsen ab). Nach etwa 1/2 Stunde die klein geschnittenen Kartoffeln hinzugeben. Nicht vergessen, regelmäßige den Schaum abzuschöpfen.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die ganzen Würste während der letzten 10 Minuten mitkochen lassen (dreht die Hitze etwas zurück um zu vermeiden, dass sie aufplatzen).
Die Würste in Scheiben schneiden und zusammen mit der Suppe servieren. Petersilie passt auch noch gut dazu.
Gudden Appetit!
Hier übrigens noch ein Bild der anderen Lieblingssuppe von Merlanne junior: der “Bouneschlupp“. Das Rezept des Bohneneintopfes gibt es hier: “Bouneschlupp … grüne Bohnensuppe” . Dieses Rezept hatte ich im Januar 2014 veröffentlicht. Es war einer der ersten Postings bei Merlanne überhaupt. Wie die Zeit vergeht!
Ach ja, ich wollte noch vom gestrigen Abend mit Mademoiselle Merlanne erzählen. Wir waren auf dem Konzert von Stefanie Heinzmann in der Rockhal in Esch. Mademoiselle Merlanne durfte die Schweizer Sängerin für die Schülerzeitung interviewen und nachher das Konzert besuchen. Es war Mademoiselle’s erstes “Pop”-Konzert überhaupt und ein großes Erlebnis. Und ich muss sagen, obwohl ich vorher die Lieder von Stefanie Heinemann nie so richtig im Radio wahrgenommen habe, hat mich das Konzert total überzeugt. Die sympathische Frau mit der Brille hat eine gewaltige Stimme, sprüht nur so von Energie, wird von Topmusikern begleitet und hat so manche Überraschung im Repertoire (die Soul- und Funktitel haben mir richtig gut gefallen). Mademoiselle und ich hatten einen tollen Abend (die glänzenden Augen von Mademoiselle alleine schon waren es wert, dass ich sie begleitet habe) und ich kann die Tour “Chance of Rain” von Stefanie Heinzmann, die mit dem gestrigen Act eingeläutet wurde, jedem empfehlen.
Ich wünsche Euch ein schönes und erlebnisreiches Wochenende!


