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Blumen

Blumen, DIY

Frühstück bei Tiffany … pardon … Merlanne

April 11, 2019

Sou muss de Moien ufänken … gemittlech, ouni Stress an mat enger gudder Taass Kaffi.

Es soll ja Menschen geben, die morgens nicht frühstücken. Und dann gibt es die Menschen, zu denen ich mich dann eher zähle, für die das Frühstück die schönste Zeit des Tages ist. Der erfolgreiche Tag beginnt mit einem gemütlichen und ausgiebigen Frühstück, da gibt es kein Pardon.

Im Luxemburgischen gibt es das Wort “Frühstück” nicht, wir “decken moies den Kaffisdësch” und “drénke Kaffi“, was frei übersetzt heißt, dass wir morgens Kaffee trinken.

Was mich angeht, so trifft diese Bezeichnung genau ins Schwarze. Erst nach zwei Tassen Kaffee sind die Lebensgeister wach und auch erst dann kann man ein vernünftiges Wort mit mir reden. Doch was heißt hier reden … das ideale Frühstück verbringe ich eigentlich am liebsten nur in Gesellschaft eines Buches oder der Tageszeitung. Ja, ja, nicht sehr sozial, ich weiß, aber was soll man machen, jeder hat so seine Mucken.

Gottseidank ist diese Vorliebe fürs Solofrühstücken bei unserer Morgenmuffel-Familie wochentags Programm. Frühaufsteher Monsieur Merlanne deckt so gegen halb 6 den “Kaffisdësch“, an den sich danach Mademoiselle (in Begleitung eines spannenden Romans) und Junior (nie ohne I-pad oder der noch schnell zu wiederholenden Schullektüre) setzen, bevor es eilig zur Schule geht. Sind sie alle ausgeflogen, kann ich in Ruhe meinem ausgedehnten Aufwachritual frönen.

Wenn wir uns dann Sonntags alle zusammen um den “Kaffisdësch” wiederfinden, hat das schon fast was von Urlaubsfeeling.

Apropos Urlaub: die Frühstückbilder habe ich aus dem Ferienhaus in der Provence mitgebracht. In dieser sonnenverwöhnten Region ist Gelb die tonangebende Farbe. Das Set, bestehend aus Platzdeckchen, Untersetzern und Brotkorb (nicht auf dem Bild), habe ich letztes Jahr aus den Resten der Stoffe genäht, die ich noch von den von meiner Mutter in Auftrag gegebenen Stuhlkissen übrig hatte.

Jetzt passt alles zusammen ;-).

Lasst es Euch gutgehen!

Claudine

Blumen, Frühling, Gedanken, Makrofotografie, Natur, Ostern

Frühjahrsgefühle

April 5, 2019

D’Fréijoer, dat ass all Joers ëmmer nees wéi en neit Kapitel opschloen.

Es sollte einmal laut und deutlich gesagt werden: Ich bin ein absoluter Frühlingsfan! Und damit bin ich nicht alleine, haben doch bei meiner kleinen Umfrage im Bekanntenkreis über die Hälfte das Frühjahr als ihre Lieblingsjahreszeit genannt.

Man könnte doch meinen, dass man nach über 50 Jahren Frühlingserfahrung dem Ganzen keine so besondere Beachtung mehr schenkt, doch dem ist definitiv nicht so. Ich habe jedes Jahr das Gefühl ich würde einer Premiere und nicht der x-ten Wiederholung des Theaterstücks “Frühlingserwachen” beiwohnen. Schon Ende Januar setzt bei mir eine dringende Frühlingssehnsucht ein. Vom Supermarkt bringe ich mir holländische Gewächshaustulpen mit nach Hause, blättere durch die von den letzten Jahren aufgehobenen Gartenzeitschriften und sortiere schon die Samentütchen, um ja nicht den Zeitpunkt der ersten Vorsaaten zu verpassen.

Im Februar neigen sich Winterpause und Winterschlaf ihrem Ende entgegen, Schneeglöckchen und Krokusse kündigen das Erwachen der Natur an und wenn dann die ersten lieblichen Veilchen im Lenzmonat März unsere Wiese hinter dem Haus mit violetten Tupfern übersäen, riecht es nach Aufbruch und ich werde ganz kribbelig und zappelig. Bis dato habe ich noch nicht verstanden, was man unter Frühjahrsmüdigkeit versteht, denn Müdigkeit und Frühjahr passen doch so gar nicht zusammen.

Die ersten Sonnenstrahlen erwärmen Herz und Seele, nichts hält mich mehr drinnen und ich verbringe die sonnigen Momente im Garten mit Räumen, Rechen und Schneiden und die Mittagspausen im Liegestuhl auf der Terrasse, gewappnet mit dem Fernglas, um den aus ihrem Winterquartier zurückgekehrten Singvögel beim Nestbau zuzusehen.

Der graue Winteralltag weicht den Farben des Frühlings und die lange Reihe an Steinobstbäumen auf dem unbebauten Nebengrundstück blüht in voller Pracht.

Das Frühjahr gibt neuen Schwung, der Endorphin-Spiegel explodiert. Nicht umsonst spricht man vom “zweiten Frühling”, den “Frühlingsgefühlen” oder dem Umstand sich “wie der junge Frühling zu spüren”.

Im Gemüsegarten wächst der Sauerampfer und der Rhabarber entfaltet seine großen Blätter. Ich freue mich auch schon auf den ersten Rhabarberkuchen und werde beim nächsten Marktbesuch Ausschau nach den ersten Spargeln halten.

Der Frühling steht für Erneuerung, Neuanfang, Veränderung und Aufbruch. Über die Jahrzehnte hinweg werden Bewegungen des politischen Aufbegehrens oft als politischen Frühling bezeichnet, denken wir an den arabischen Frühling, den Damaszener Frühling, den Prager Frühling oder die Flower-Power Bewegung der 60ziger. Auch hier ist der Frühling eine Metapher für Wandel und Neuanfang. Der Frühling ist ein Revolutionär. Leider folgen auf diese politischen Frühlinge voller Hoffnungen sehr oft wieder “kalte Kriege” und politische “Eiszeiten”.

Doch ich bin mir sicher, der nächste Frühling kommt bestimmt.

In diesem Sinne: Lasst es Euch gutgehen und nutzt die Kraft des Frühlings.

                                                                                               Claudine