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DIY

Achtsamkeit hoch sechs … oder: Wie man einen Hexagon-Untersetzer näht

Juli 22, 2019

Ech hunn en neien Hobby: “Hexies” op der Hand bitzen. Eng wonnerbar Manéier fir zur Rou ze kommen.

Ich habe ein neues Hobby: “Hexies” von Hand nähen. Seit ich vor ein paar Wochen damit angefangen habe, nachdem ich beim Stöbern im Netz auf hübsche Beispiele gestoßen bin, kann ich nicht mehr damit aufhören, in Momenten der Muße aus den vielen vorhandenen Stoffresten kleine Sechsecke zu nähen und zu hübschen Alltagsgegenständen zusammenzufügen.

So sind zum Beispiel diese beiden Untersetzer entstanden, die ich gestern als Mitbringsel zu einer Einladung verschenkt habe. Genauso wie mit dem Sticken hat die Technik des “Paper piercing” (mit Hilfe von Papierschablonen kleine Stoffstücke zusammennähen) etwas von Meditation. Die Hände sind beschäftigt und man kann dennoch wunderbar entspannen. Konzentration und Achtsamkeit sind gefragt und so vergisst man über der Arbeit schnell die Alltagsprobleme, die Zeit fließt entspannend vor sich hin und am Ende ist man super zufrieden, das fertige Werk vor sich liegen zu haben. Ich nenne dies die Zeit der kreativen Ruhe.

Ich dachte immer, die Technik des Patchworken (aus Stoffresten neue Textilien anfertigen) hätte ihren Ursprung in den USA. Doch dem ist nicht so. Die ältesten gefundenen Textilien, die aus Stoffresten zusammengefügt wurden, stammen anscheinend aus der Zeit um 1000 v. Chr.. Zentralasien, China und der Orient gelten als Ursprungsgegenden, nach Europa gebracht haben diese Textiltechnik die Kreuzzügler. Hier haben sich dann vor allem die englischen Frauen der Art und Weise, wertvolle Stoffe wiederzuverwerten, angenommen und auch später als Siedlerinnen mit nach Amerika genommen und dort verfeinert. Aus der schlichten Stoffverwertung wurde ganz große Kunst und im Netz findet man unter den Stichworten “Patchwork” oder auch “Quilt” die wunderschönsten Arbeiten.

Aus “Hexies”, wie im Fachjargon die Stoffsechsecken genannt werden, einen Untersetzer zu nähen ist eigentlich keine Hexerei und geht sogar recht schnell. Ich zeige Euch mal, wie ich es gemacht habe.

Zuerst schneidet Ihr aus Papier mindestens 7 Papiersechsecke aus. Im Netz gibt es Unmengen von Schablonen, die man herunterladen kann (gebt einfach die Suchwörter “Hexies” und “pattern” bzw. “Vorlage” ein). Ich habe die gefundene Schablone vor dem Ausdrucken noch vergrößert, so dass meine “Hexies” eine Seitenlänge von ungefähr 2,5 cm haben. Nun legt Ihr die Papiersechsecke entweder auf den Stoff und schneidet den Stoff mit einer Nahtzugabe von “Pi mal Daumen” 0,5 cm aus. Oder aber Ihr fertigt Euch vorher eine feste Schablone aus Karton mit den Maßen, die die Nahtzugabe von 0,5 cm beinhalten, aus und benutzt die, um die Sechsecke aus den Stoffresten auszuschneiden. Ich habe es so gemacht, da die Stücke dann akkurater ausfallen.

Die Stoffstücke heftet Ihr dann, wie auf dem Bild, rund um die Schablonen.

Nun legt Ihr Euch die “Hexies” so hin, wie der fertige Untersetzer später aussehen soll. Legt immer zwei “Hexies” rechts auf rechts übereinander und näht einen nach dem anderen mit ganz feinen Überwendstichen zusammen. Dabei immer nur 1-2 Fäden des Stoffes aufnehmen und vermeiden, in das Papier zu stechen. Je feiner die Stiche, je hübscher sehen später die Nähte aus. Das ist nur eine Sache der Übung und es gibt sogar Techniken, bei denen die Stiche zu dekorativen Zwecken größer ausfallen sollen (das finde ich persönlich nicht so schön). Ich fange übrigens immer damit an, die einzelnen “Hexies” um das Mittelsechseck zu nähen (so braucht man für die ganze Runde keinen neuen Faden einzufädeln) und danach werden dann die Nähte zwischen den Sechsecken in der Runde geschlossen.

Das fertige Resultat sieht so aus. Jetzt zieht Ihr die Heftstiche raus und befreit das gute Stück von den Papierschablonen. Alles beidseitig platt bügeln und …

… mit der Nähmaschine knappkantig auf ein Stück Filz nähen.

Zum Schluss mit einer guten Stoffschere den Filz schön säuberlich abschneiden und fertig ist das hübsche Werk.

Na, seid Ihr auf den Geschmack gekommen? Ich werde mir auf jeden Fall Papier, Stoff, Schere, Zwirn und Nadel ins Urlaubsgepäck legen. “Hexies” lassen sich bestimmt auch ganz gemütlich im Liegestuhl anfertigen.

Lasst es Euch gutgehen!

Claudine

DIY

Täschchen für den Sommer

Mai 24, 2019

D’Vakanz ka kommen. Mat dësen schéinen Täschen ass et einfach Uerdnung an der Wallis ze halen.

(Dieser Beitrag enthält, wie so oft, Werbung wegen Verlinkung usw., unbeauftragt und unbezahlt … nur weil es mir gefällt, sowie Werbung für meinen Shop).

Ach, ich stehe immer noch unter dem Einfluss des Konzertes von Angélique Kidjo von vorgestern Abend, das Monsieur Merlanne und ich in der Philharmonie besucht haben und in meinem Kopf läuft ihr großes Hit “Agolo” aus dem Jahre 1994 Schleife. Ich glaube, es war auch um die Zeit, wo ich auf die phantastische Sängerin aus dem Benin aufmerksam geworden bin und seitdem bin ich ein absoluter Fan.

Angélique Kidjo wurde begleitet vom Luxemburger Philharmonischen Orchester unter der Leitung von Gast Waltzing. 2015 erhielt sie für diese Zusammenarbeit mit dem Luxemburgischen Orchester und Gast Waltzing absolut verdient den begehrten Grammy Award . «Angélique Kidjo sings with the Orchestre Philharmonique du Luxembourg » hieß die CD. Das Konzert war bis auf den letzten Platz ausgebucht und zum Schluss stand das Publikum, tanzte, sang und zelebrierte mit der engagierten und energievollen Künstlerin die Vielfalt und die Lebensfreude.

Aber eigentlich wollte ich ja nicht über das Konzert schreiben, sondern eher mein letztes Nähprojekt vorstellen. Das Spagat zwischen Angélique Kidjo und den kleinen Täschchen ist schnell gemacht: Angélique Kidjo trug ein Kleid und ein wundervolles Kopftuch in den Sonnenfarben Orange und Gelb, den Farben, die auch bei diesen “zipper bags” den Ton angeben. Na, das war doch ein eleganter Übergang, oder nicht 😉 `?

Der Stoff kommt Euch bestimmt bekannt vor. Ich habe vor nicht allzu langer Zeit drei Einkaufstaschen aus genau diesem Stoff vorgestellt. Es handelt sich eigentlich um ein altes vintage Bettlaken aus den 70zigern oder so und in letzter Zeit habe ich schon Unmengen daraus genäht: Servietten, Einkaufstaschen, Teebeutel und nun eben diese kleinen Taschen. So ein Laken ist ungemein ergiebig fürs “Upcycling”.

Wie Ihr wisst, finde ich Sticken unheimlich entspannend und somit fröne ich dieser Leidenschaft recht häufig. Immerhin kann man alles besticken, was einem so einfällt. Hier habe ich das Muster des Stoffes einfach mal kopiert und dann auf dem weißen Teil des Taschenvorderseite weitergeführt.

Eine Tasche habe ich letzte Woche verschenkt, zwei davon wandern demnächst in meinen kleinen Etsy-Shop. Wenn sie Euch also gefallen … sie sind noch zu haben 🙂 .

Kleine Taschen kann man nie genug haben. Ich nehme sie z.B. mit ins Schwimmbad, gefüllt mit Creme, Kamm und was man sonst noch braucht um sich nach dem Sport etwas “aufzuhübschen”. Oder aber als praktische Behältnisse für allerlei Wichtiges und Unwichtiges, das ich mit in den Urlaub nehmen will. Auf die Art und Weise findet sich alles schnell wieder und der Koffer ist gut aufgeräumt.

Sind die Blümchen nicht wunderhübsch? Zur Zeit beherrscht die Farbe Weiß unseren Garten.

Es gibt übrigens noch viele andere BloggerInnen, die gerne von Hand sticken. Schaut mal hier unter “handgestickt”:

Ich wünsche Euch allen ein schönes, geruhsames Wochenende.

Lasst es Euch gutgehen!

Claudine