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Selbermachen

DIY, Kinder

Klein aber oho … oder: Wieso ich am liebsten Kinderkleidung nähe?

May 14, 2017

 

Kannerkleeder bitzen … dat mécht ëmmer nees immens vill Freed … der Néiesch an och der klenger Maischen, fir déi di nei Garderobe ass.

Ich liebe es, Kinderkleidung zu nähen und dies vor allem aus diesen beiden Gründen: man kann so richtig kreativ sein und voll in die Farbpalette greifen und es geht schnell, was für jemanden wie ich, der ziemlich ungeduldig ist, gut passt.

Gerade bin ich dabei, mir ein langes Sommerträgerkleid zu nähen und was habe ich dabei schon geflucht! Beim Ausschneiden der Schnittteile rutsche ich auf dem Boden rum, beim Zusammennähen der Seitennähte des langen Rocks weiß ich nicht wohin mit dem vielen Stoff und so weiter. Kinderkleidung kann man auf dem Tisch zuschneiden, alles ist klein und handlich und die Nerven der Schneiderin werden geschont.

Da Merlanne junior und Mademoiselle beide auch schon recht “groß” sind, freue ich mich immer, wenn ich die kleine Tochter von lieben Freunden “benähen” kann. Schon öfter habe ich hier auf “merlanne” die farbstarken Modelle vorgestellt, die im “Bitzatelier” für die kleine Prinzessin entstanden sind.

Im April entstanden diese beiden Frühjahrsmodelle: eine praktischen Wendejacke aus der Schnitt-Schmiede “lillesol & pelle” (nein, ich werde nicht gesponsert!) und der passende “Josie”-Rucksack nach einem Schnitt von “frau fadenschein“. Auch NähanfängerInnen kann ich beide Schnitte wärmstens empfehlen, die Tutorials sind verständlich und vollständig, die Schnitte einfach.

Die Wendejacke gefällt mir besonders gut. Ich finde, es ist heutzutage unheimlich schwierig, Übergangsjacken ohne Kapuze zu finden. Zudem kann man dieses Modell ganz nach Lust und Laune auf beiden Seiten tragen – two in one!

Aus den Stoffresten konnte ich noch den praktischen Turnbeutel mit Außentasche im Kinderformat nähen. Als Kordel wurde ein Rest der des Zpagetti-Garns verwendet, das ich vor Jahren gewonnen hatte.

Zu guter Letzt verwöhne ich Eure Augen noch mit diesem Bild unserer Magnolie, die Anfang April als Hintergrund für die Fotostrecke herhalten musste. Leider sind mittlerweile die wundervollen Blüten abgefallen und es bedarf ein Jahr Geduld, um das herrliche Schauspiel der Magnolienblüte wieder genießen zu können.

Ich wünsche Euch eine gute Woche! Lasst es Euch gutgehen und vergesst nicht, für “merlanne” beim ersten Blog-Award Luxemburgs abzustimmen (in der Kategorie “Lifestyle”). Ich freue mich über jede Stimme! Danke!

 

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DIY, Weihnachten

Alle Jahre wieder – Adventskalender, diesmal nach Shibori-Art

November 22, 2016

 

Wien elo nach keen huet, muss sech tommelen. Nach knapp 10 Deeg an dann ass schonns den éischten Dezember. Also schnell nach e schmocken Adventskalenner bastelen! Et gëtt näischt méi Flottes fir de Klengen wéi de Groussen vill Freed ze maachen.

Der erste Dezember nähert sich mit großen Schritten, doch es ist noch Zeit, einen Adventskalender zu basteln. Wie schon seit Jahren habe ich unserer Familie wieder einen mit schönen großen Stoffsäckchen genäht, denn es muss ja was hineinpassen.

Dieses Mal habe ich die Gelegenheit genutzt, endlich mal Stoff nach Shibori-Art zu färben. Das wollte ich schon so lange mal machen. Seit Jahren besitze ich einen kleinen Vorrat an Batikfarben, manche Pulver waren sogar schon etwas vom langen Aufbewahren verklumpt. Das macht aber nix, wie ich feststellen konnte, die Farbe löst sich trotzdem sehr gut auf.

Heute spricht man von Shibori, der japanischen Art, Stoffe zu färben. Aber wenn wir ehrlich sind, es handelt sich um nichts anderes als unserem alten Batiken, bei dem wir schon in der Schule oder bei den Pfadfindern mit viel Spaß T-Shirts und Tücher gefärbt haben. Damals habe ich die Stoffe ganz klassisch geknotet oder abgebunden, aber es gibt so viele andere Möglichkeiten, mit dem Stoff etwas anzustellen, bevor er ins Farbbad kommt, da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

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Und so habe ich mich, wie ihr feststellen könnt, richtig ausgetobt beim Experimentieren. Im Netz findet man unter den Stichwörtern “Shibori Techniken” oder “Batiken” Unmengen von Anleitungen und Tipps. Da ich mich im September als glückliche Gewinnerin des Buches “Shibori – Färben auf japanisch” von Johanna Rundel freuen konnte, habe ich mir ihre Anleitungen für dieses Advents-Färben zu Eigen gemacht.

Eine Auswahl der Muster, die herauskommen, wenn man Stoffe vor dem Färben faltet, knotet, wickelt, zusammenbindet oder was einem auch sonst noch einfällt, könnt Ihr hier sehen:

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Kein Täschchen ähnelt dem anderem, alles Einzelstücke. Bevor Ihr Euch ins Färb-Vergnügen stürzt, hier erst einmal ein paar Tipps:

Vor dem Abbinden muss der Stoff unbedingt gewaschen werden, um ihn von den Imprägnierungen zu befreien, ansonsten der Stoff die Farben gar nicht oder nur sehr schlecht annimmt.

Bevor Ihr die abgebundenen Stoffteile ins Farbbad legt, müsst Ihr sie erst einmal in kaltem Wasser einweichen lassen.

Vergesst nicht, den Beipackzettel der Textilfarben genaustens zu studieren, denn je nach Marke gibt es abweichende Behandlungsmethoden.

Nach dem Färben den Stoff unter fließendem Wasser lange und gründlich waschen, bis sich keine Farbe mehr löst.

Am Besten, Ihr kauft auch sofort ein Nachbehandlungsmittel, mit dem Ihr die Farben nachträglich fixiert um sie noch besser gegen äussere Einflüsse zu schützen. Auch nach der Fixierung in reichlich kaltem Wasser spülen.

Beim Färben immer Gummihandschuhe und alte Kleidung tragen. Ideal ist wenn Ihr im Freien färbt, aber eine Plastikunterlage auf dem Tisch tut es auch. Ich sage Euch, diese Textilfarben sind verdammt hartnäckig und färben alles … !

Für den Adventskalender habe ich Baumwollstoff in 24 Rechtecke von ca. 14 x 20 cm zugeschnitten. Diese Teile wurden dann nach Lust und Anleitungen geknotet und gewickelt.

Die abgebundenen Stellen verhindern ein Eindringen der Farbe, an den entstandenen Falten bildet sich das spätere Muster. Ich habe die Stoffe mit Garn und Gummiringen umwickelt (besser, denn durch den Gummi dringt keine Farbe). Bei verschiedenen Taschen habe ich Holzperlen mit eingebunden (es gehen auch Murmeln, Knöpfe, Erbsen,…).

Meine Lieblingsmuster sind jedoch diejenigen, bei denen man den Stoff ziehharmonikaartig in Rechtecke oder Dreiecke faltet (immer wieder die Falte bügeln) und dann das Stoffpäckchen zwischen Holzplatten presst und festbindet. Taucht man dann nur die Ecken oder Falten ins Farbbad (ja, ja, es ist Geduld nötig beim Shibori-Färben), kommen so tolle Karo- oder “Schneeflocken”-Muster raus wie oben.

Man kann auch den Stoff ziehharmonikaartig längs falten und mit Wäscheklammern festhalten.

Bei der Taschen in der Mitte habe ich den Stoff um ein Plastikrohr gewickelt, abgebunden und zusammengedrückt. Danach so wie beim “tie and dye” das Rohr langsam immer wieder ein Stück aus der Farbe ziehen, so dass die einzelnen Partien unterschiedlich stark eingefärbt werden.

Die Farben meiner Taschen sind ziemlich “verlaufen”, d.h. so richtig weiße Stellen gibt es nicht mehr. Ich denke, das lag unter anderem daran, dass ich die Stoffe nicht fest genug abgebunden habe, oder aber zu lange im Farbbad liegen ließ oder auch noch daran, dass ich zu ungeduldig war und die Abbindungen zu schnell nach dem Farbbad entfernt habe. Trotzdem gefällt mir das Resultat sehr gut.

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Wenn alle Taschen gefärbt und getrocknet sind, den oberen Rand zweimal umschlagen und feststeppen. Dann die Rechtecke rechts auf rechts falten, die Seitennähte schließen und die Taschen wenden. Meine Taschen wurden mit Bäckergarn zugebunden, bekamen selbstgebastelte Troddeln und kleine Glöckchen als Dekoration und wurden an einen Stickrahmen gehängt.

Die wirklich tollen, wunderschönen Adventskalenderzahlen gibt es zum Herunterladen bei der super-kreativen Anni vom Blog “antetanni” in verschiedenen Farben. Danke Anni, ich hatte mich sofort in die Zahlen verliebt und sie auf selbstklebendes Papier ausgedruckt.

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Nun müssen die Säckchen nur noch gefüllt werden mit Gutscheinen, Naschwerk, Strümpfen oder Badges für Merlanne junior, Schminksachen oder Schmuck für Mademoiselle, Kinokarten oder einfach mal ganz klassisch mit Nüssen und Mandarinen. Ach, ich freue mich jedes Jahr wie Bolle auf die Adventszeit und die Ah! und Oh!’s der Beschenkten.

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Euch allen eine gute Woche! Lasst es Euch gutgehen!

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